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Dass das nicht funktioniert, war schon nach wenigen Minuten klar, als sie ein paar Schippen Ackerkrume beiseite geschafft hatten. Als Tage später der starke Bagger aus Barsinghausen zu Hilfe kam, versuchten sie es mehrere Stunden lang.

Immer mehr Erdreich holten sie rund um das Trumm aus der Tiefe, bewegen konnten sie ihn keinen Zentimeter. Und mit viel Bier, um „einen zu heben“: Sie alle wollen dann auf den Riesenkranwagen warten, der von weit her, hinter Hamburg, auf abgesperrten Straßen mit Sondergenehmigung herbeirollen und das Problem lösen soll: Einen Findling aus dem Boden herausholen, einen der größten, die je in Norddeutschland gefunden wurden, schwerer als die schwersten Lastzüge. Seither ist Voges – und vor allem der Besitzer und Verpächter des Ackers – von der Last befreit, die Entsorgung des Findlings aus eigener Tasche zu bestreiten. Der zuständige Wasserverband Garbsen schickte seine Experten, ließ Bodenproben nehmen, und dann ging die Suche los.

„Bindigkeit, Mineralgehalt, alles muss stimmen“, sagt Geschäftsführer Reinhard Niemeyer, „wir wollen kein Risiko eingehen“. Und Voges wollte ihn am Anfang noch einfach so zertrümmern, das obere Drittel jedenfalls, damit er weiter pflügen kann, Raps drüber wachsen lassen, fertig. Aber als er das ganz nebenbei dem Mann vom Landkreis sagte, der gerade durch die Liegenschaften zog, um die geplante Flurbereinigung vorzubereiten, klärte der ihn auf: Voges solle schön die Finger davon lassen.

„Die vom ZDF haben ihm großes Talent bescheinigt“, erzählt seine Frau nicht ohne Stolz. Die Sendereihe Terra Xpress will eine Sendung über den Findling bestreiten und rückte an, mit Set, Catering und dickem Drehbuch. Voges musste noch einmal den Pflug anspannen, damit an ähnlicher Stelle über einen Findling ratschen, der gar nicht da war.

Bis vor knapp 200 Jahren galten sie als unerklärliche Naturwunder, niemand hatte die geringste Ahnung, wie sie an ihren jeweiligen Standort gelangt sind. Klar war nur, dass sie nicht von dort stammten, wo sie in so großer Zahl kreuz und quer über die Lande verstreut liegen, vor allem in der norddeutschen Tiefebene.

Granit, Gneis oder andere harte, magmatische Steine sind es, die vor Milliarden Jahren meist durch die Hölle von vulkanischen Auswürfen gingen und nichts gemein haben mit den Sümpfen, Lehmböden oder dem kalkigen Sedimentgestein ihrer heutigen Umgebung.

An Riesen dachte man früher, noch vor der Aufklärung, oder auch an göttliche Kräfte, die die immensen Gewichte hergebracht hätten, warum auch immer. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts passten solche Lesarten nicht mehr in den aufgeklärten Zeitgeist, die Gelehrten fanden aber keine anderen. Selbst Goethe, von naturkundlicher Neugier – und der Lust zur mutigen These – getrieben, fielen zum Thema Findlinge nur Spottverse ein, die er im Faust unterbrachte.

Wer die Sendung von Terra Xpress am 3. Mai verpasst, der kann sich wenigstens den Stein später noch ansehen.

Der Stein des Anstoßes wiegt etwa 50 Tonnen. Nun war sogar schon das Fernsehen da
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